Mainz persönlich: Christine Pfeffer. Genießerin.

Heute dürfen wir für „Mainz Persönlich“ durch das Reich von Christine Pfeffer in der Johannisstraße schlendern – und uns den Mund im „Le Poivre“ im sprichwörtlichen Sinn wässrig gucken.

Hallo Christine – für frankophile Mitmenschen liegt es ja förmlich auf der Hand – für alle anderen frage ich dennoch: Wie kam dein Shop zu seinem Namen?

Ganz einfach: „Le Poivre“ heißt ja auf Französisch „der Pfeffer“ – und das ist mein Nachname. Ich fand es einfach naheliegend, das für meinen auf französische Produkte ausgelegten Laden zu übernehmen.

Christine Pfeffer ist Inhaberin und Seele vom Le Poivre zugleich

Christine Pfeffer ist Inhaberin und Seele vom Le Poivre zugleich

Wo kommt sie her, deine Liebe zu Frankreich?

Das liegt bei uns irgendwie in der Familie. Meine Mutter arbeitet mit Franzosen zusammen, meine Schwester ist Französischlehrerin. Eigentlich haben wir jeden Urlaub nur in Frankreich verbracht. Damit war natürlich auch französisches Essen bei uns zuhause immer sehr beliebt…

Wolltest du denn dann schon immer so ein schnuckeliges Lädchen aufmachen, wie dieses hier?

Ich weiß eigentlich gar nicht mehr, wieso – und durch was – ich darauf gekommen bin. Ich habe Soziologie studiert und das war irgendwie nicht so mein Ding. Das Studium habe ich nach neun Semestern abgebrochen. Dann habe ich eine Ausbildung zur Hotelfachfrau hier im Mainzer Hilton gemacht – und irgendwie in dieser Zeit entstand die Frage bei mir, warum es eigentlich so ein Geschäft, wie ich es gerne hätte, nicht gibt.

„Le Poivre“ befindet sich nun in einer der schönsten Ecken der Mainzer Altstadt, in direkter Nachbarschaft zur Johanniskirche. Musste es für deinen Laden die Altstadt sein?

Ja, die Altstadt war das Ziel. Für die genaue Wahl des Standortes kam mir dann mein Soziologiestudium im Hinblick auf Statistik und Marktforschung zugute. Ich habe nämlich im Vorfeld mit meinen Mitarbeiterinnen an verschiedenen Stellen mit diesen Handklickern gestanden, die Fluktuation getestet und geschaut, wo es  überhaupt sinnvoll ist, so einen Laden aufzumachen. Diese Ecke hier hatten wir dabei auch im Blick. Wobei dann natürlich auch wieder der Zufall und das Glück eine Rolle gespielt haben. Der Laden wurde frei – und dann ging alles Ruckzuck.

Pasten, Pestos, Dips - viele leckere Dinge zum Probieren und Mitnehmen warten im "Le Poivre"

Pasten, Pestos, Dips – viele leckere Dinge zum Probieren und Mitnehmen warten im „Le Poivre“

Und wann genau konntest du mit „Le Poivre“ an den Start gehen?

Im Juni 2012 habe ich die Ausbildung zur Hotelfachfrau beendet und im Juli konnte ich dann schon den Laden hier anmieten. Das war ein fließender Übergang. Auch, weil ich mein Konzept – und vor allem, was ich hier überhaupt anbieten will – schon ein Jahr lang parallel zu meiner Ausbildung vorbereitet habe. Ich bin dann in dieser Zeit zum Beispiel auch schon viel in Frankreich unterwegs gewesen, um die passenden Produzenten zu finden. Mitte August 2012 habe ich dann eröffnen können.

Wie bist du auf die Idee für die Inneneinrichtung gekommen? Wie im Urlaub, sieht es bei dir aus…

Auch die war von Anfang mitgedacht. Wenn man solche Produkte anbietet wie ich, dann ist der französische Landhausstil passend – und davon hatte ich ein Bild im Kopf

Mitten in Mainz und ein bisschen wie im Urlaub...

Mitten in Mainz und ein bisschen wie im Urlaub…

Und wie sieht dein Angebot konkret aus?

Weil mein Konzept zwar vorhanden, aber nicht ausformuliert, sondern eher ein Kopfbild war, war ich gar nicht so festgefahren, mit dem, was ich hier anbieten wollte. Mancher wundert sich, dass es nicht nur französische Sachen gibt, darauf liegt aber nur der Schwerpunkt. Ich habe auch italienisches oder etwas Deutsches. Wenn das Produkt gestimmt hat, hatte ich kein Problem, das auch ins Sortiment aufzunehmen. Jetzt gibt es hier zum Beispiel Brot – und dazu habe ich hier in der sogenannten „herzhaften“ Theke auch die passende Salami, guten Schinken, Käse oder auch Pestos. Ja, und dann habe ich natürlich auch noch eine Patisserie-Theke. Dienstags und freitags gibt es immer frische Macarons, Petits Fours und Pralinen. Der Nougat aus der Provence ist von Anfang an dabei. Gewürze, Salze, Kräuter, Soßen, Tapenaden, Dips, Essige und Öle, Fleisch- und Geflügelpasteten gibt es zum Beispiel auch, aber auf keinen Fall Foie Gras! Ein paar klassische französische Spirituosen – Calvados und Pastis zum Beispiel, ein paar Weine und Geiste, Schnäpse und Brände… Und die meisten Hersteller kenne ich persönlich, darauf lege ich auch weiterhin großen Wert.

Jetzt bist du also schon bald drei Jahre mit „Le Poivre“ hier in Mainz selbständig. Und – zufrieden?

Absolut. Ich biete für viele Mainzer aber auch anscheinend bis heute noch den sogenannten Überraschungseffekt. Jeden Tag kommt hier jemand herein und fragt: „Seit wann gibt es Sie denn hier?“ Und dann folgt schnell ein „Ach, das hat Mainz aber gefehlt“. Das freut mich natürlich. Ansonsten kaufen die Leute schöne Dinge für sich selbst, aber auch sehr gerne zum Verschenken.

Besonders beliebt: Die Patisserie-Theke mit Pralinen, Petits Fours, Macarons....

Besonders beliebt: Die Patisserie-Theke mit Pralinen, Petits Fours, Macarons….

Und gibt es bei dir denn ab und zu mal eine Veranstaltung?

Ja, aber eher selten und dann auch unregelmäßig. Wenn mal was im Angebot ist, dann ist das am einfachsten über meine Facebookseite zu erfahren.

Und jetzt stehen dir schon die für meine Interviews obligatorisch persönlichen Fragen bevor…

Dann mal los!

Was dein bester persönlicher Moment am Tag?

Wenn ich eine tolle neue Lieferung mit neuen Produkten bekomme, dann freue ich mich wie ein Kind an Weihnachten. Ich mache gefühlt tausend Fotos und schicke die allen möglichen Leuten. Und außerdem muss ich ja auch alles probieren, da freue ich mich sehr. Und dann natürlich das positive Feedback von Kunden. Ich habe einfach viele gute Momente am Tag. Deswegen will ich auch nie mehr tauschen und was anderes machen!

Und was inspiriert dich?

Ich fotografiere ganz oft den blauen Himmel hinter dem Dom. Das inspiriert mich. Und dann abends das Glas Wein mit Freunden. Das tut mir gut.

Was liebst du an deiner Stadt?

Wirklich alles. Ich bin von Sobernheim zum Studium hier her gekommen und wohne jetzt seit zehn Jahren hier – aber ich finde die Größe der Stadt einfach toll. Den Fluss mag ich, den Markt, diese junge Kneipenkultur – ich möchte in keiner anderen Stadt leben!

Hereinspaziert!

Hereinspaziert!

Wie sieht dein perfekter Tag in Mainz aus?

Den halben Tag möchte ich mindestens mit netten Kunden hier im Laden verbringen und auch noch eine schöne neue Lieferung entgegen nehmen. Dann würde ich mit meinen Mädels durch die Stadt ziehen, auf jeden Fall auch mal an den Rhein. Und dann im Gusto was essen gehen…

Und wie sieht es mit deinen Plänen für die Zukunft aus?

Es läuft hier einfach richtig gut für mich. Es gibt einfach derzeit keinen absehbaren Grund, etwas verändern zu wollen. Wegen mir kann das immer so weiter gehen…

Neugierig geworden? Dann nix wie hin:

Le Poivre
Johannisstraße 12
55116 Mainz
www.le-poivre-feinkost.de
www.facebook.com/LePoivreFeinkost

Öffnungszeiten:
Mo – Fr  10.00 – 19.00 Uhr
Sa  9.00 – 16.00 Uhr

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