Vom Glück in Mainz – Fahr hin und werd glücklich

Was macht die Menschen glücklich? Worin besteht Glück? Fragen, mit denen sich schon Sokrates und Kant beschäftigt haben. Seit 2013 gibt es gar einen Weltglückstag, der seitdem jedes Jahr am 20. März begangen wird. Und wo liegt nun das Glück in Mainz? Eine Frage, mit der ich mich über ein ganzes Jahr hinweg auseinander setzen durfte. Was für ein Glück! Und: Was für eine Herausforderung… Und da ist es nun also. Mein Buch nur über das Glück. In Mainz.

Das Buch kann man kaufen. Das Glück nicht. Das wissen wir natürlich alle. Eine Diät aber auch nicht. Was das eine mit dem anderen zu tun hat? Wer ein paar Pfund verlieren möchte, kann die tollsten Bücher dazu lesen. Nimmt davon aber noch kein Gramm ab. Und ist es nicht auch so mit dem Glück? Wer dem Glück ein Stück näher kommen möchte, muss ihm entgegenkommen! Und einen Blick für die kleinen Dinge im Alltag entwickeln.

Das Glück einfach selbst in die Hand nehmen

Glück ist subjektiv. Und auch eine Frage des Blickwinkels. Für mich fängt es mit einem Gefühl an. Ausgelöst durch ein Bild, ein Motiv, eine Atmosphäre. Oder einen Menschen.

Wenn man so mitten drin steckt in der Arbeit, im Familienleben, im vollgepropften Alltag, dann kann man schon mal den Blick dafür verlieren. Fürs Glücklichsein. Für die guten Momente im Leben. Für die Menschen, die einem gut tun. Und auch für die schönen, besonderen Orte, an denen man so etwas wie Glück empfinden könnte.

Mit der Neugier des Entdeckers unterwegs sein

Und hier kommt mein Buch mit dem Titel «Glücksorte in Mainz» ins Spiel.  Es geht darum, die eigene Stadt mit allen Sinnen zu erkunden. Lust zu bekommen, einfach mal mit wachen Augen durch Mainz zu gehen. Ganz ohne Erwartungen. Aber mit der Neugier des Entdeckers.

Um das Besondere im Kleinen zu entdecken. Über unseren Köpfen. In Ecken und Winkeln. Zu riechen. Und zu sehen. So gesehen, kann dieses Buch als kleiner Wegweiser benutzt werden. Als roter Faden, der zu Orten führt, an denen dann plötzlich so etwas wie Glück zu spüren ist. Ohne, dass man es ausgerechnet dort je vermutet hätte…

Die Exotik der Nähe zulassen

Um neues kennenzulernen und und der Seele gutes tun, dafür muss man nicht weit fahren. Wer sich als Kontrast zum oft stressigen Alltag darauf einlässt, kann ungeahnte Glücksmomente quasi vor der eigenen Haustüre erleben. Begriffe wie Achtsamkeit, Authentizität sind derzeit zu Modewörtern geworden. Sie treffen es aber auf den Punkt. Denn geht es nicht auch beim Glück um das „im Hier und Jetzt“  sein? Um die Zufriedenheit, die in den kleinen Momenten liegt? Um Tradition, Echtheit und Wurzeln?

Meine Erkenntnis, nach einem Jahr Recherche, Fotografieren, Schreiben zum Thema Glück in Mainz? Ja, ich kann mein Glück selbst in die Hand nehmen. In Mainz – und im Grunde auch immer dort, wo ich mich gerade befinde. Auch im ganz Kleinen. Ich kann versuchen Bilder und Symbole zu erkennen, die etwas in mir auslösen, mich inspirieren, beflügeln.

Und wenn ich einen – oder vielleicht sogar mehrere – Glücksorte gefunden habe? Dann kann ich dort immer wieder hinkommen. Mich erinnern, an das gute Gefühl. Und es wieder mitnehmen. Nach Hause. In meinen Alltag. Und das beste daran ist: Es kostet nichts!

Offene Haltung – und keine Erwartung

Ich kann versuchen, den Blick immer mal wieder auf ein besonderes Detail zu richten. Das können die im Herbst golden leuchtenden Blätter der Gingko-Allee in der Adam-Karrillon-Straße sein (Glücksort #8), der neugierige Blick in einen versteckten Hinterhof (Glücksort #76), im Vorbeigehen sonst nur flüchtig wahrgenommene Düfte – sei es von frisch Gebackenem (Glücksort #12) – oder von dem in Farbe und Geruch im Juni geradezu betörendem Lavendel (Glücksort #54 ) – oder einfach nur der Blick auf die rund um die Römersteine so friedlich weidenden Schäfchen (Glücksort #7)…

Die Arbeit rund um das Thema Glück hat mir geholfen, wieder mehr über all diese Dinge bewusst zu sein – und das Glück verstärkt in meinem Alltag einzubauen. Und auch in meinen Stadttouren. Immer wieder besonders gut kommen da zum Beispiel die Hinweise auf kleine, versteckte Oasen an, die selbst Mainzer oft nicht kennen.

Kennt ihr die Magie der LAngsamkeit?

Sie hat irgendwie immer einen leicht negativen Beigeschmack, die Langsamkeit. Ungefähr so wie ungeduldig, faul, langweilig… Dabei passt sie kaum besser als irgendein Begriff zu „bewusstem Genuss“. Somit habe ich den Hashtag #SlowingDownMainz ins Leben gerufen. Damit möchte ich ganz bewusst einen Kontrapunkt zum schnellen Tourismus setzen, wie er sich leider auch unserer Stadt zu entwickeln scheint.

Auf keinen Fall sollen die Best of Mainz-Stadttouren 08/15-Sightseeing-Schnickschnack bieten, sondern entschleunigt, ganz entspannt zu den besonderen Ecken in unserer Stadt führen. Kaum etwas macht mich glücklicher, als die vielen positiven Rückmeldungen und Weiterempfehlungen von Menschen, denen ich dieses Gefühl vermitteln konnte. Am kommenden Wochenende halten Christian Decker  und ich auf der Goûte! übrigens dazu gemeinsam mit gleich zwei Vorträge zu diesem Thema. Die Überschrift lautet «#SlowingDownMainz – Bewusst genießen. Entschleunigt entdecken.»

Und ihr? Habt ihr das Glück in Mainz schon gefunden? Wo befinden sich eure Glücksorte? Erzählt ihr uns davon? Ich freue mich auf eure Geschichten!

Viele schöne Entdeckungen und wunderbare Glücksmomente in Mainz wünscht euch allen von Herzen

Stefanie Jung

P.S. Die „Glücksorte in Mainz“ sind überall im örtlichen Buchhandel oder online erhältlich.

 

 

2 Gedanken zu „Vom Glück in Mainz – Fahr hin und werd glücklich

  1. Christian Jansen sagt:

    Hallo, ich wohne nun schon seit mehr als 16 Jahren im Zahlbachtal nicht sehr weit weg von dem Seniorenwohnheim entfernt, das sich dort befindet.
    Dort an dieser unteren Ecke beginnt schon die Schafweide, dort steht auch der Schafstall. Es halten sich dort in der Ecke auch die Hühner auf und in der Regel auch die Gänse.
    Oft ist es auch so, dass ich im unteren Bereich der großen Weide die Schafe antreffen kann.
    Für mich ist es immer sehr schön, wenn ich den Schafen begegnen kann. Wenn wir einander ganz nahe gegenüber stehen – die Schafe und ich. Einige Male hab ich es auch schon erlebt, dass eines der Schafe mit mir ganz gezielt den Blickkontakt gesucht hat. So kam es mir jedenfalls vor.
    Ich erlebe es oft so, dass ich durch die Anwesenheit der Schafe innerlich ruhig werde. Dass sich meine Stimmung aufhellt, wenn ich mal betrübt bin.
    Diese Erfahrung mach ich aber nur dann, wenn ich ganz alleine mit den Schafen zusammen bin. Wenn andere Menschen sich zur selben Zeit auch noch dort Aufhalten, dann kann ich mich nicht in eine Art von „Schaf-Meditation“ hinein versetzen. Die Gänse können sich dabei auch störend auswirken, wenn sie zu laut sind.
    Für mich ist die Schafweide von den Römersteinen aus entlang der Unteren Zahlbacher Straße und begrenzt durch die beiden Wege einer meiner Glücksorte in Mainz – und dazu noch in meiner Wohngegend, in der ich lebe.
    Wenn jedoch keine Schafe sich auf der Weide aufhalten, dann ist diese Grünfläche für mich etwas nicht so besonderes. Denn bloß den Gänsen und Hühnern allein kann ich nicht so viel abgewinnen.

    • Stefanie sagt:

      Hallo und ein ganz herzliches Dankeschön, für diese schöne Rückmeldung. Ich kann Ihre Beschreibung sehr gut nachvollziehen. Das ist wirklich ein ganz besonderer Ort, den Günter Dorn hier geschaffen hat. Die Schafweide bei den Römersteinen ist ein Glücksort, der unbedingt in dieses Buch musste! Ich wünsche Ihnen noch viele weitere so schöne Glücksmomente, bei den Schäfchen!
      Herzliche Grüße von
      Stefanie Jung

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