Mainz persönlich: Matthias Dölger. Gründer. Buchhändler. Familienmensch.

Mainz wird besonders durch die Menschen geprägt, die hier aktiv sind, Unternehmen gründen und führen, ihre Ideen verwirklichen und damit das Stadtbild bunter und schöner für uns alle machen. Beeindruckend sind ihre Kreativität, ihr Mut und ihre Kraft, mit denen sie ihre Ideen und Ziele verwirklichen. In meiner Porträtreihe „Mainzer persönlich“ rücke ich diese Menschen und ihr Tun in den Mittelpunkt.

Den Start macht Matthias Dölger, Gründer und Inhaber des Bukafski, Buchhandlung und Café,  am Gartenfeldplatz in Mainz.

Matthias, verrätst du uns, wie das Bukafski zu seinem Namen kam?

Zustande kam das bei einem abendlichen Brainstorming. Unser Alleinstellungsmerkmal, nämlich die Buchhandlung mit einem Café zu verbinden, wollten wir auch im Namen kenntlich machen und haben mit den Wörtern „Buch“ und „Kaffee“ hin und her experimentiert.

Matthias Dölger hat das Bukafski in der Mainzer Neustadt gegründet

Matthias Dölger hat das Bukafski in der Mainzer Neustadt gegründet

Ein Freund kam dann letztendlich auf „Bukafski“, womit auch gleichzeitig eine Verneigung vor dem Autor Charles Bukowski einhergeht, den sowohl mein Kollege Roberto als auch ich sehr schätzen.

Wie ging es dann los, mit dem Bukafski?

Mit der Idee, etwas Eigenes zu machen, hatte ich mich schon während meiner Ausbildung zum Buchhändler hier in Mainz beschäftigt. Und nach der Ausbildung ging es dann ganz schnell. Wir haben die Immobilie gesucht und mussten das hier anschließend alles regelrecht entkernen. Dann haben wir – vom Ladenbau bis zur Entwicklung des Corporate Designs – mit der Umsetzung begonnen. Nach drei Monaten war dann die Eröffnung.

Lesen, Chillen, Kaffee trinken und aus dem Fenster gucken. All das geht im Bukafski. Und Bücher kaufen, natürlich auch!

Lesen, Chillen, Kaffee trinken und aus dem Fenster gucken. All das geht im Bukafski. Bücher kaufen, natürlich auch!

Und jetzt sieht es hier so richtig gemütlich aus! Wo stammt die Einrichtung her?

Die Einrichtung ist ganz bunt zusammen gewürfelt. Wir sind dafür quer durch die Republik gefahren. Ein Sessel stammt aus Weimar, ein anderer aus Karlsruhe. Wir waren auf Antikflohmärkten und jedes Stück hat hier seine eigene Geschichte.

War es denn Zufall, dass ihr ausgerechnet am Gartenfeldplatz gelandet seid?

Das war tatsächlich Zufall, aber damit, dass sich der Platz so toll entwickelt hat, konnten wir gar nicht rechnen. Heute sind wir darüber unglaublich froh.

Und was ist nun das Besondere am Bukafski?

Es erschien uns schwierig in der heutigen Zeit „nur“ eine Buchhandlung aufzumachen. Wir wollten das mit etwas verbinden – und ein Café, so wie man das oft im angelsächsischen Raum kennt, erschien uns da das Beste. Außerdem bieten wir hier regelmäßig Veranstaltungen an, zum Beispiel Buchpremieren oder Lesungen von Autoren. Was die Verbindung zwischen Buch und Café angeht, waren wir – und sind wir auch noch – in Mainz die ersten, die so etwas anbieten. Und allen Unkenrufen zum Trotz, geht unser Konzept auf! Kaffeeränder auf Büchern gibt´s genauso wenig, wie Kunden denken, wir seien eine Bibliothek.

Gemütlich. Der Kinder- und Jugendbuchbereich im Bukafski

Gemütlich. Der Kinder- und Jugendbuchbereich im Bukafski

Wie sieht das Angebot im BUkafski konkret aus?

Ganz klar im Vordergrund steht bei uns die Buchhandlung. Bei den Büchern liegt unser Schwerpunkt auf der Belletristik und den Graphic Novels,  dann kommen die Krimis und als dritter großer Bereich die Kinder- und Jugendbücher. Aber natürlich haben wir auch Lyrik und Sachbücher. Jedes Frühjahr und jeden Herbst entscheiden wir nach verschiedenen Kriterien, was ins Sortiment aufgenommen wird. Dabei versuchen wir schon inhaltliche Akzente zu setzen und arbeiten auch gezielt mit kleineren Verlagen zusammen.
Was die Kulinarik angeht, gibt´s bei uns Kaffee und Getränke in verschiedensten Variationen und leckeren Kuchen, der hier von einer kleinen regionalen Konditorei extra für uns gebacken wird.

Ein eingespieltes Team: Matthias Dölger und Marco Rocco Roberto vom Bukafski

Ein eingespieltes Team: Matthias Dölger und Marco Rocco Roberto vom Bukafski

Und jetzt noch ein paar persönliche Fragen, in Ordnung?

Klar!

Was ist der beste Moment des Tages für dich?

Wenn ich abends nach Hause komme, und weiß, dass jetzt noch Zeit ist um ein paar Stunden mit meiner Familie zu verbringen.

Und Was inspiriert dich?

Die Augen aufhalten, wahrnehmen, was um mich herum vorgeht. Aber nicht in elektronischen Medien, sondern im persönlichen Kontakt. Auf andere Leute achten und sich auch einmal in sie hereinversetzen. Und natürlich meine Familie, meine zwei kleinen Kinder – die sind eine wirklich große Inspirationsquelle!

Kaffee, Kuchen und Bücher - das Konzept geht im Bukafski auf

Kaffee, Kuchen und Bücher – das Konzept geht im Bukafski auf

Was liebst du an deiner Stadt?

Ich liebe, dass hier doch alles noch in einem überschaubaren Rahmen abläuft. Es ist kein Dorf, aber eine mittelgroße Stadt, wo alles noch in einem akzeptablen Maß zu erreichen ist. Am Anfang, als ich zum Studium hierher gezogen bin, konnte ich noch nicht so viel damit anfangen, aber jetzt schätze ich sie sehr, diese „Meenzer Art“. Das ist so eine rheinische Offenheit, die ich heute unglaublich angenehm finde.

Und wie sehen deine  perfekten 24 Stunden in Mainz aus?

Ausschlafen natürlich. Und dann Zeit mit meiner Familie zu verbringen. Im Volkspark zum Beispiel. Nachmittags würde ich gerne zu den 05ern gehen, am besten wenn Köln zu Besuch ist. Und dann abends zum Abschluss ein Schnitzel im Weinhaus Kurfürst. Das würde mir gefallen.

Und Deine Pläne für die Zukunft? Einmal Bukafski – Immer Bukafski?

Ich tue mir schwer mit solchen Vorstellungs-Gesprächssfragen nach dem Motto: „Wo sehen Sie sich in 10 Jahren“? Beruflich kann ich das sicher noch einige Zeit machen. Ich bin mir aber nicht einhundert Prozent sicher, ob ich das Bukafski auch mit sechzig Jahren noch betreibe.
Da stehen so viele Unsicherheiten im Raum… Vielleicht sage ich ja auch irgendwann, dass ich da einfach keine Lust mehr darauf habe. Mal sehen. Ansonsten sind meine fixen Pläne, die an erster Stelle stehen, dass ich meine Kinder gesund aufwachsen sehe und mit meiner Frau weiterhin glücklich sein kann. Aber wer uns hier am Gartenfeldplatz besuchen will, kann das sicher auch im nächsten Jahrzehnt noch tun!

Das wünschen wir uns mindestens! Vielen Dank für das Gespräch.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*