Der Alpkäsladen - ein Hingucker in der Mainzer Altstadt

Mainz persönlich: Christine Dörr. Fromelière.

Christine Dörr hat eine Leidenschaft für guten Käse. Und hat deswegen den Alpkäsladen in der Mainzer Jakobsbergstraße übernommen.  Wie es dazu kam und was es dort gibt, lest ihr im Interview!

Hallo Christine, das riecht fantastisch bei dir! Gibt´s denn hier tatsächlich nur, wie der Name schon sagt – Alpkäse?

Christine: Mein Fokus liegt tatsächlich auf dem Käse aus der Alpenregion. Etwa 80 Prozent meines Angebots stammen von dort. Tja, und weil es weit und breit keinen Laden mit einem solchen Programm gibt, ist der Alpkäse quasi mein Alleinstellungsmerkmal. Man assoziiert damit Urlaub und gute Luft, die Kühe auf der Weide – der Name Alpkäsladen erzeugt richtig positive Bilder im Kopf. Das merke ich durch Rückmeldungen immer wieder.

Die Käseverpackungen sind so hübsch, dass sie sogar als Wandschmuck dienen!

Die Käseverpackungen sind so hübsch, dass sie sogar als Wandschmuck dienen!

Wo liegen deine beruflichen Wurzeln?

Christine: Nach dem Abitur habe ich Köchin gelernt und war eine Zeitlang im Ausland. Dort habe ich eine zweite Ausbildung, und zwar zur Restaurantfachfrau gemacht – und dann noch den Serviermeister darauf gesetzt. Gearbeitet habe ich eigentlich immer in der klassischen Gastronomie. In der Familienphase, ich habe drei Kinder, war das nicht immer alles so einfach zu managen, aber ich bin immer irgendwie drin geblieben. Dann bin ich in die sogenannte Nischengastronomie, die Klinikgastronomie gegangen. Und dort war ich die letzten achteinhalb Jahre, bevor ich mich letztendlich selbständig gemacht habe.

Christine Dörr vom Alpkäsladen.

Die ausgebildete Fromelière grundsätzlich selbst Hand an.

Wie bist du dann aber darauf gekommen, genau diesen Laden hier zu übernehmen? Und: Wo kommt deine persönliche Verbindung zum Käse her?

Christine:  Solange ich denken kann, bin ich käseaffin. Schon als kleines Kind habe ich überall nach Käse gebettelt. Meine Oma hat mich sogar „alte Käs´Bettel“ genannt! Und das ist bis heute so geblieben. Ich esse einfach schon immer lieber Käse als Wurst. Durch Reisen bin ich auch immer wieder mit diesem Thema in Berührung gekommen. Bei einem Urlaub in Irland, habe ich einen Farmhouse Cheesemaker besucht. Erst da habe ich überhaupt verstanden, was es wirklich bedeutet, Käse zu machen. Das hat mich sehr beeindruckt und auch irgendwie verfolgt. Ich habe mich autodidaktisch weiter gebildet, irgendwann Käse-Weinverkostungen angeboten. Das war eine gute Übergangsphase von meiner Festanstellung zur Selbständigkeit. Tja, und dann bestand die Möglichkeit, diesen Laden hier zu übernehmen. Ich habe gekündigt und bin ins kalte Wasser gesprungen

Wie hast du dein Wissen noch erweitert?

Christine: Es gibt eine Fortbildung zur „Fromelière“. Die habe ich dann im vergangenen November absolviert. Der Bildungsgang ist von der Tölzer Käseakademie gegründet worden und hat zum Ziel, das Käsehandwerk zu erhalten. Das ist die einzige Möglichkeit in Deutschland, sich auf diese Weise zum Thema Käse weiterzubilden. Für mich ist diese Ausbildung eine zusätzliche Sicherheit.

Edamer, Stilton und Co. - nur ein Teil der großen Auswahl im Alpkäsladen.

Edamer, Stilton und Co. – nur ein Teil der großen Auswahl im Alpkäsladen.

Und wie genau ist dein Konzept? Was bietest du an?

Christine: Achtzig Prozent sind – wie gesagt – Alpkäseprodukte. Diese werden durch internationale Käsespezialitäten, z.B. dem Blue Stilton hier aus England, dem Pecorino aus Italien,  oder dem Comté aus Frankreich ergänzt. Diese kaufe ich bei meinem Großhändler zu und diese Käse sind – wie alle anderen auch in meinem Angebot – alles Bio-Ware. Dazu gibt es dann einiges, was gut zum Käse passt, Chutney, Senf, Bretter, Käsemesser und –hobel – und ein ganz kleines Sortiment Wein. Du siehst ja, der Laden ist nicht groß. Wir haben nur ungefähr 16 Quadratmeter. Aber in der Summe kommt das alles gut an.

Die Öffnungszeiten  vom Alpkäsladen sind nicht einfach zu merken. Warum hast du nur eine halbe Woche geöffnet?

Christine: Diese Zeiten haben sich gut etabliert. Ich habe von Donnerstag bis Samstag geöffnet. Donnerstag beliefere ich außerdem Abonnenten, aber dieser Tag ist tatsächlich auch der schwächste Tag im Laden. Tendenziell wird Käse einfach eher zum Wochenende hin gekauft. Meine Angebote – wie zum Beispiel Käse-Weinverkostungen – finden außerdem parallel statt und gehören auch dazu. Mein Klientel ist grundsätzlich sehr interessiert an der Ware und das macht einfach riesig Spaß.

Dann sind wir schon bei meinen persönlichen Fragen an dich!

Christine: Ok. Mal sehen…

Markenzeichen: Steht die Kuh vor der Tür - ist der Alpkäsladen offen.

Markenzeichen: Steht die Kuh vor der Tür – ist der Alpkäsladen offen.

Wie sieht dein bester persönlicher Moment am Tag aus?

Christine: Ich habe immer ein tolles Gefühl, wenn jemand kommt und unsicher ist und sich dann ein bisschen durchprobiert – und dabei den Käse findet, der ihm schmeckt. Und wenn der dann auch noch wiederkommt – das ist für mich eine super Bestätigung und ein toller Moment.

Und was inspiriert dich, im Beruf oder im Alltag?

Christine: Das Thema an sich ist für mich schon inspirierend. Das faszinierende aber für mich ist, dass die Grundlage von Käse immer gleich ist – nämlich Milch. Aber was da heraus kommt, das ist genial. Ja, und auch meine Kinder mit ihren kreativen Ideen inspirieren mich.

Du lebst ja in Rheinhessen, in Sankt Johann, hast du mir verraten. Jetzt arbeitest du in Mainz und verbringst viel Zeit hier. Was liebst du an dieser Stadt?

Christine: Die Mentalität der Leute. Die sind hier in den meisten Fällen gut drauf, sie sind locker und man kann hier immer ein Schwätzchen halten. Das gefällt mir. Ebenso wie die Tatsache, dass man hier in den Weinstuben überall zusammenrückt. Das gäbe es in Norddeutschland niemals.

Christine Dörr "lebt" das Thema Käse.

Christine Dörr „lebt“ das Thema Käse.

Wie sieht dein perfekter Tag in Mainz aus?

Christine: Zuerst würde ich frühstücken gehen. Zum Beispiel in der Neustadt. Da gibt es mittlerweile so viele schöne Läden. Aber dann würde ich auch auf den Markt gehen und ein bisschen einkaufen. Wenn ich mich dann ein bisschen ausgeruht habe, würde mir ein Abend im Theater gefallen…

Und wie sieht es mit deinen Plänen für die Zukunft aus?

Christine: Zuerst bin ich hier mal zufrieden. Was ich mir aber wirklich noch vorstellen könnte, ist nochmal eine kleine Gastronomie aufzumachen, die sich mit dem Thema Käse befasst, eine Cheese-Bar, zum Beispiel. Das müsste nicht größer sein als hier. Kleine Käsegerichte würde ich anbieten – und natürlich einen guten Wein dazu.

Vielen Dank, Christine. Und jetzt, möchte ich natürlich auch noch ein bisschen von deinem Alpkäse mitnehmen!

 

 

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