Markus Wehrle und Kai Tietze sind die Macher vom Kaffeehaus Lönneberga

Mainz persönlich: Kai und Markus. Vom Lönneberga.

Am Fuße der Mainzer „Gaugass“, etwas versteckt im Hinterhof, liegt das Café Lönneberga. Nicht nur der Name auf dem wegweisenden Schild, auch die Schrift und Farbe wecken die Erwartung, dass es hier ganz und gar schwedisch zugeht. Markus Wehrle und Kai Tietze sind die Inhaber und haben das Hinterhaus zwei Jahre lang mit viel Liebe saniert.

 Wie seid ihr auf den Namen „Lönneberga“ für dieses Café gekommen?

Markus  Die Verbindung zu Schweden ist Kai. Er hat unter anderem Skandinavistik studiert, dort lange gelebt, Nordkap-Touren unternommen, war dort mit dem Fahrrad und zu Fuß unterwegs – und bei uns waren es die Kinder. Wirft man Schweden und Kinder in einen Topf, kommt Astrid Lindgren heraus. „Lönneberga“ fanden wir in jeder Beziehung schön. Es passt zu uns.

Gemütlicher Schwedenstyle im Hinterhaus in der Gaugass´(Bild: Lönneberga)

Gemütlicher Schwedenstyle in der Gaugass´(Bild: Lönneberga)

Wie ist die Idee für das „Lönneberga“ entstanden?

Kai  Wir sind befreundet und kennen uns schon lange. Markus hat mich mit seiner Familie in Schweden besucht und die schwedische Familienfreundlichkeit bewundert. Bei einem Bier sind wir auf die Idee gekommen, irgendwann etwas gemeinsam machen zu wollen. Kombiniert man alles,  stand dann auch die Idee im Raum, ein Café speziell für Familien zu eröffnen – denn das gab es definitiv noch nicht in Mainz.

War die Gaustraße als Standort euer Wunsch?

Kai  Es war zwar klar, wir machen das. Aber wir haben es nicht mit Hochdruck betrieben. Es musste auch nicht die Gaustraße sein. Letztendlich hatten wir riesiges Glück, wie sich die Gaustraße entwickelt hat.

Markus  Eigentlich waren wir sogar in Richtung Neustadt orientiert. Dann stand aber genau dieses Objekt hier zur Verfügung. 2011 haben wir mit der Sanierung gestartet und konnten das hier nach unseren Vorstellungen gestalten. Im Juli 2013 haben wir eröffnet.

Kai und Markus im Gespräch mit Best of Mainz

Kai und Markus – ganz neu ist die Idee mit der Weinbar im Lönneberga.

Wie lautet euer Konzept?

Markus  Es ist ein Kaffeehaus für Eltern, das ist eigentlich die Idee. Die Eltern sollen sich wohlfühlen und die Kinder sollen sich natürlich auch wohlfühlen – aber wir wollten keinen Spielplatz für die Kleinen bauen. Die Eltern können hier bei uns mal was für sich tun und die Kinder mit gutem Gewissen dabei haben.

Kai: Es ist wichtig für Eltern, auch am sozialen Leben teilhaben zu können. Sich mit Freunden auch mal in einem anderen Rahmen treffen zu können, ohne dass Kinder stören. Die Kinder können in der Zwischenzeit hier spielen, man hat sie im Blick – und damit fühlen sich alle wohl.

Und die Einrichtung musste dann in diesem Zusammenhang auch einen schwedischen Touch haben?

Kai Nein, das hat sich eigentlich so ergeben. Wir hatten zwar, aufgrund der Location, den Landhausstil im Kopf. Aber die ganzen Medien zum Thema Wohnen haben uns da in die Hand gespielt – einfach weil die Farbe Weiß beim Einrichten im Trend liegt.

Markus: Wir waren hier zwei Jahre am Sanieren, da hatten wir ziemlich viel Zeit über so etwas nachzudenken.

In der oberen Etage geht es weiter - und ist alles, was wichtig ist für Mutter und Kind.

In der oberen Etage geht es weiter – und ist alles, was wichtig ist für Eltern.

Und wie seid ihr von den Mainzern aufgenommen worden?

Kai: Die Lage im Hinterhaus macht es spannend. Für Mainzer war es erst einmal nicht ganz so einfach, uns zu entdecken, sich hineinzutrauen. Jüngere haben damit weiniger ein Problem. Für Ältere war es schwieriger. Das hat sich nun aber auch geändert. So kommen mittlerweile außer Familien auch Studenten und ältere Mainzer.

Markus  Und wer da war, hat uns weiter empfohlen. Wir sind überrascht über den Erfolg von Mundpropaganda. Nun kommen wir eigentlich aus der Werbung – aber das, was wir wirklich gut können, konnten wir hier noch gar nicht anwenden. Wir müssen tatsächlich kaum Werbung machen.

Was habt ihr so im Angebot?

Kai  Wir achten auf Bioprodukte und bevorzugen regionale Angebote. Dann gibt es hier ganz klassisch Frühstück in verschiedenen Varianten. Ein besonderes Frühstück ist das „Lönneberga“:  Wir importieren direkt aus Schweden. Es besteht aus kalt geräucherter Elch-Salami und Rentier-Schinken einer samischen Metzgerei, dazu gibt es Bio-Blaubeermarmelade aus Smaland. Außerdem arbeiten wir mit einem Mainzer Ecovin-Winzer zusammen. Und zum Wein gibt es natürlich auch herzhafte Kleinigkeiten.

Kaffe, Kuchen und schwedische Spezialllitäten - das alles und mehr, gibt´s im Lönneberga.

Kaffe, Kuchen und schwedische Spezialllitäten – das alles und mehr, gibt´s im Lönneberga.

Führt ihr Veranstaltungen durch?

Kai  Ja, donnerstags wollen wir zukünftig Veranstaltungen mit der Weinraumwohnung durchführen. Dazu wird dann der Spielbereich hier in eine Bühne verwandelt und es gibt Live Musik in Wohnzimmerlautstärke . An den anderen Abenden (Mi -So) werden wir mit Unterstützung der Weinraumwohnung als Weinbar geöffnet haben.

Dann kommen wir zu den persönlichen Fragen, oder? Wie sieht der beste Moment des Tages für jeden von euch aus?

Kai  Wenn ich aus dem Büro herunterkomme, mache mir einen Cappucino, die Sonne scheint und ich setze mich mal für zehn Minuten in den Garten oder in den Hof.

Markus  Dito. Plus ein Glas Wein am Abend.

Was inspiriert euch? Im Job oder im Alltag:

Kai  Das hat bei mir überhaupt nichts mit dem Job zu tun. Es ist das Reisen, mit dem Mountainbike unterwegs sein.

Markus Abends am Rhein zu sitzen ist schön. Auch Reisen inspiriert mich. Man kommt mal wieder auf neue Ideen.

Was liebt ihr an Mainz, an eurer Stadt?

Markus Die Menschen, die hier so bodenständig sind. Dass wir so eine junge Stadt sind. Mainz fängt mittlerweile an so richtig auf seinen Plätzen zu leben.

Kai  Die fast schon französische Lebensart der Mainzer und dass jeder mit jedem quatscht, man sich einfach dazu setzt.

Kai und Markus im Einsatz hinter der Theke des Lönneberga.

Kai und Markus im Einsatz hinter der Theke des Lönneberga.

Wie sieht euer perfekter Tag in Mainz?

Markus  Auf der Zitadelle Fußball spielen und abends an den Rhein gehen.

Kai  Mit Freunden an einem schönen sonnigen Tag mitsamt Kindern auf der Planke Nord sitzen oder mit dem Mountainbike durch den Gonsenheimer Wald zu fahren.

Wie sehen eure Pläne für die Zukunft aus?

Kai: Hier vorne soll noch eine Kiezkneipe für junggebliebene Mainzer entstehen. Es werden nur Mainzer Flaschen-Getränke angeboten.

Markus. Es muss nicht immer „schneller, höher, weiter“ sein. Für uns ist es auch wichtig Zeit zu haben. Beruflich haben wir zwei trotzdem noch ein paar Ideen, die wir umsetzen wollen

Danke für unser Gespräch, Kai und Markus!

Neugierig geworden? Dann nix wie hin!

Kaffeehaus Lönneberga
Gaustraße 67, 55116 Mainz
Tel. 06131/6193339,  Internet www.loenneberga-mainz.de
Facebook https://www.facebook.com/Lönneberga-Kaffeehaus-für-Familien

Öffnungszeiten Kaffeehaus: Di – So 9.30 – 18.00 h, Mo 14 – 18 h
Öffnungszeiten Weinbar: Mi – So, ab 19 Uhr

 

 

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